Ortsverein
Gernsbach e.V.

Geschichte des Ortsvereins Gernsbach

Der DRK Ortsverein Gernsbach e.V. hat eine lange Tradition. Schon seit 1868 engagieren sich Menschen in und um Gernsbach für das Deutsche Rote Kreuz. Derzeit zählt unser Ortsverein ca. 1500 Mitglieder. Davon gehören 56 zu den aktiven Helfern und 1400 zu den Förderern. Wir engagieren uns vor allem im Sozialen Bereich, im Sanitätsdienst sowie der humanitären Hilfe und im Katastrophenschutz.

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1846

Entstehung eines Frauenvereins in Gernsbach, als achte Stadt im Großherzogtum Baden, zur Unterstützung der Armen und Kranken. Anlass dazu war der Hungerwinter 1845/46.

Heinrich Langenbach, damals Gernsbacher Stadtchronist schrieb unteranderem: „Am 30. September 1846 traten 42 Frauen dem Verein bei, um bald auf 60 anzusteigen“.

Vermutlich hat die Energie der Mitarbeiterinnen dieses Frauenvereins nach Behebung der ersten Not im laufe der folgenden Jahre nachgelassen, so wie dies in den anderen Gemeinden auch geschah.

1866 – 1883

Zu Beginn des deutsch-österreichischen Krieges 1866, in dem auch Baden verwickelt war, rief Großherzogin Luise erneut zur Bildung von Frauenvereinen auf und forderte Amtmänner und Bürgermeister zur tatkräftigen Mithilfe auf. Hinzu kam noch der Wunsch einer Diakonissenstation in Gernsbach.

Heinrich Langenbach schrieb unteranderem hierzu: „Am 31. Juli 1868 erging an Gernsbachs Frauen eine Einladung dem Frauenverein beizutreten. Es unterschrieben am 12. August 1868 93 Frauen. Am 30. März 1869 wurde die Diakonisse Christine Thibaut, Oberschwester vom Diakonissenhaus Karlsruhe, hierher berufen, um die Diakonissenstation einzurichten. “

Diese Neugründung des Frauenvereins als Zweig des „Landesvereins vom Roten Kreuz“ war die Geburtsstunde des DRK in Gernsbach. Mit ihr begann eine Arbeit, die seitdem aus dem Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken ist.

Der neue Verein stellte sich 3 Aufgaben:

  1. Die Krankenpflege durch eine, später zwei Diakonissen des Diakonissenmutterhauses Karlsruhe
  2. Die Hebung des Industrieunterrichts – im ersten Jahr durch eine im Lehrerinnenseminar Ludwigsburg, im nächsten Jahr durch eine in Karlsruhe ausgebildete Lehrerin
  3. Die Beschäftigung der Frauen, die von zuhause nicht wegkönnen mit, Näh- und Strickarbeiten, deren Arbeiten in einem Laden in der Stadt und später in einem Vereinsladen verkauft werden.

Ebenso wurden die Armen mit Leib- und Bettwäsche und mit Nahrungsmitteln, vor allem mit Milch, unterstützt.

Seine Bewährungsprobe bestand der Verein im Kriegsjahr 1870/71, als viele Gernsbacher Soldaten wurden und in der Stadt ein Hilfslazarett eingerichtet wurde. Immer wieder wurden unter den Mitgliedern zwischen 1878 bis 1883 außerordentliche Sammlungen veranstaltet wie zum Beispiel für die Hochwassergeschädigten im Murg- und Rheintal.

Die Jahresberichte zeigten eindrucksvoll die umfassende Arbeit des Vereins. Dies alles geschah unter dem regen Interesse der Großherzogin, die dem Vorstand wiederholt die Ehre zuteilwerden ließ ihn auf Schloss Eberstein zu empfangen. Angesichts der umfassenden Tätigkeit des Frauenhilfsvereins vom Roten Kreuz wurde ein Männerhilfsverein kaum vermisst.